Hanf als Angelköder – klein aber fein

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Die Samen der Hanfpflanze präsentieren sich in unauffälligem Gewand. Sie sind klein, grün/braun gesprengkelt und von einer festen Hülle umgeben. Dennoch gelten sie vielen Friedfischanglern als erste Wahl, vor allen Dingen wenn es um das Anfüttern geht. Erfahren Sie, was die Attraktivität der unscheinbaren Körnchen ausmacht und wie sie beim Friedfischangeln eingesetzt werden:

Hanfsamen ist vor allen Dingen eins: er ist ungemein nahrhaft. Zum einen besteht er zu einem Viertel aus Proteinen, aber auch Öle sind bis zu einem Anteil von 30 Prozent enthalten. Darüber hinaus scheinen viele Fischarten den typischen Geschmack des Hanföls zu mögen. Das Öl wird mittlerweile auch als Futterzusatz im Fachhandel angeboten.

Vor dem Angeln auf den Herd

Erhältlich ist die Hanfsaat in Angelläden und im Zoofachhandel. Denn auch viele Vogelarten schätzen die Körner als hochwertigen Nahrungsbestandteil. Aufgrund des moderaten Preises muss beim Anfüttern nicht gegeizt werden, ein Kilogramm ist bereits für etwa drei Euro erhältlich.

Um ihr volles Lockpotenzial zu entfalten, müssen die Hanfsamen vor dem Angeln entsprechend vorbereitet werden.

  • Zunächst werden die Körner überbrüht, anschließend müssen sie bei Raumtemperatur etwa einen Tag quellen. Wenn Sie den Hanf in Ihrer Wohnung zubereiten, verwenden Sie am besten einen verschließbaren Eimer.
  • Anschließend wird der Hanf für etwa 20 bis 40 Minuten gekocht. Der richtige Garzustand ist dann erreicht, wenn an den allermeisten Körnern die Schale aufgeplatzt ist und der weiße Keimfaden zum Vorschein kommt. Kochen Sie den Hanf wenn möglich bei weit geöffnetem Fenster, denn er verströmt einen intensiv erdigen und nicht von allen Menschen als angenehm empfundenen Geruch während des Kochens.

Wer sich den Aufwand sparen möchte, kann auch auf vorgegarten Hanf aus dem Fachhandel zurückgreifen.

Tipp: Hanf aus der Kanne

Eine weitere Möglichkeit um den Hanf vorzubereiten, ist das Garen in der Thermoskanne. Diese Methode eignet sich für die Zubereitung kleiner Mengen Hanf.

  • Die Kanne wird zu etwa einem Drittel mit Hanfkörnern befüllt, die anschließend mit kochendem Wasser übergossen werden.
  • Danach wird die Kanne verschlossen und der Hanf kann über Nacht ziehen.
  • Am nächsten Tag sollten die Samen ohne weiteres Zutun die gewünschte Konsistenz aufweisen.
Aber Achtung! Übertreiben Sie es nicht mit der Menge. Der Hanfsamen dehnt sich während des Quellens deutlich aus und kann die Kanne sprengen.

Wie wird der Hanf Angefüttert?

Als typischer Partikelköder kann die Hanfsaat wahlweise lose oder in einem Grundfutter gebunden angefüttert werden. Er wird entweder mit der Hand oder der Futterkelle oder -schleuder geworfen. Damit sind Wurfweiten bis zu 15 Meter möglich.

Wer auf weitere Distanzen angeln möchte, kann auf sogenannte Futterraketen zurückgreifen. Damit sind Wurfweiten bis etwa 50 Meter im Bereich des Realistischen. Auch beim Feederangeln wird Hanf gerne als Lockmittel eingesetzt. Dazu wird der Futterkorb zunächst mit einem Boden aus Grundfutter befüllt.

Darüber kommt dann der Hanf als Partikelfutter. Schließlich wird der Futterkorb an der anderen Seite ebenfalls mit einer Lage Grundfutter verschlossen. Eine andere Möglichkeit ist das Herstellen einer einheitlichen Masse. Dazu werden zu gleichen Teilen Grundfutter und Hanfsamen durchgeknetet und dann im Futterkorb oder als Futterball angeboten.